{"id":2118,"date":"2019-06-21T17:05:57","date_gmt":"2019-06-21T15:05:57","guid":{"rendered":"http:\/\/deutsch.bashariyat.org\/?p=2118"},"modified":"2019-07-21T17:07:19","modified_gmt":"2019-07-21T15:07:19","slug":"meeresschutzrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deutsch.bashariyat.org\/?p=2118","title":{"rendered":"Meeresschutzrecht"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Meere und Ozeane bedecken vier F\u00fcnftel der Erdoberfl\u00e4che. Sie kennen keine Grenzen und sind weltumspannend. Auch ihre Nutzung erfolgt \u00fcberwiegend grenz\u00fcberschreitend. Der Schutz der Meeres\u00f6kosysteme kann daher nur im Rahmen internationaler Abkommen und Zusammenarbeit gelingen, weswegen das Meeresschutzrecht zum gro\u00dfen Teil aus internationalen und europ\u00e4ischen Vorgaben besteht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">15.10.2015 353 mal als hilfreich bewertet<\/span><!--more--><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><b><\/b> Einleitung<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><b><\/b> Internationales Meeresschutzrecht<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><b><\/b> Regionales Meeresschutzrecht<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><b><\/b> Europ\u00e4isches Meeresschutzrecht<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><b><\/b> Nationales Meeresschutzrecht<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Einleitung<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Globale und regionale Meeresschutz\u00fcbereinkommen erreichten bisher gro\u00dfe Erfolge im Meeresschutz. Nationalstaaten allein k\u00f6nnen keinen erfolgreichen Meeresschutz sicherstellen. Erst die Koordinierung und B\u00fcndelung der Ma\u00dfnahmen auf regionaler, europ\u00e4ischer und globaler Ebene erm\u00f6glichen es, den notwendigen Schutz der Meeres\u00f6kosysteme sicherzustellen. Aber auch auf europ\u00e4ischer und Ebene der Regionalmeere (Nord- und Ostsee) sowie im nationalen Bereich gibt es diverse Meeresschutzvorschriften.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Internationales Meeresschutzrecht<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Auf internationaler Ebene sind f\u00fcr den Meeresbereich die folgenden internationalen \u00dcbereinkommen besonders relevant:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Seerechts\u00fcbereinkommen (SR\u00dc)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Biodiversit\u00e4tskonvention (CBD)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Klimakonvention und Kyotoprotokoll (KRK)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">\u00dcbereinkommen zur Verh\u00fctung der Meeresverschmutzung durch das Einbringen von Abf\u00e4llen und anderen Stoffen (London-\u00dcbereinkommen) sowie das Protokoll zu dem \u00dcbereinkommen (London-Protokoll)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Internationales \u00dcbereinkommen zur Verh\u00fctung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">\u201eDie Verfassung der Meere\u201c \u2013 das Seerechts\u00fcbereinkommen<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die wichtigste internationale Rechtsgrundlage ist das <a href=\"http:\/\/www.un.org\/depts\/los\/convention_agreements\/texts\/unclos\/closindx.htm\">Seerechts\u00fcbereinkommen der Vereinten Nationen (SR\u00dc)<\/a> von 1982, das 1994 in Kraft getreten ist. Das SR\u00dc, wird als \u201edie Verfassung der Meere\u201c bezeichnet wird, und verpflichtet die Vertragsstaaten u.a. zum Meeresumweltschutz. Es bildet somit die internationale Handlungsgrundlage f\u00fcr den Schutz und die nachhaltige Entwicklung der Meeres- und K\u00fcstenumwelt und ihrer Ressourcen. Die Vertragsstaaten sollen auf nationaler, subregionaler, regionaler und globaler Ebene kooperieren und dadurch einen effektiven Meeresumweltschutz realisieren. Die kooperativen Konzepte m\u00fcssen ihrem Inhalt nach integrativ und ihrer Wirkung nach vorbeugend und vorsorgend sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Das SR\u00dc gilt sowohl in den meeresbezogenen Hoheitsgebieten der Vertragsstaaten (K\u00fcstengew\u00e4sser und Ausschlie\u00dfliche Wirtschaftszone) als auch auf der Hohen See. Dar\u00fcber hinaus enth\u00e4lt das SR\u00dc auch Regelungen f\u00fcr den Tiefseeboden. Dieser gilt als \u201eGemeinsames Erbe der Menschheit\u201c. Die Exploration und Ausbeutung von Ressourcen des Tiefseebodens wird von einer durch das SR\u00dc eingef\u00fchrten, internationalen Beh\u00f6rde in Kingston, Jamaika, verwaltet. Dementsprechend gilt die Verpflichtung zum Meeresumweltschutz umfassend f\u00fcr alle Meere.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Schutz der Vielfalt im Meer \u2013 die Biodiversit\u00e4tskonvention<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die Bestimmungen der Biodiversit\u00e4tskonvention von 1992 gelten f\u00fcr \u00d6kosysteme und Lebensr\u00e4ume in den nationalen Hoheitsbereichen einer jeden Vertragspartei, die auch die ausschlie\u00dfliche Wirtschaftszone und den Festlandsockel umfassen. Im Bereich der Hohen See und des Tiefseebodens finden die Bestimmungen der Biodiversit\u00e4tskonvention lediglich Anwendung auf Handlungen von Staatsangeh\u00f6rigen eines Vertragsstaats. F\u00fcr Regelungen zum Schutz von \u00d6kosystemen jenseits der Gebiete mit nationalen Hoheitsbefugnissen ist auf Artikel 5 der Biodiversit\u00e4tskonvention hinzuweisen, der eine weit gefasste Kooperationspflicht f\u00fcr die Bewahrung und die nachhaltige Nutzung der <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/service\/glossar\/b?tag=Biodiversitt#alphabar\">Biodiversit\u00e4t<\/a> auch f\u00fcr staatsfreie R\u00e4ume einf\u00fchrt. Die Erhaltung der nat\u00fcrlichen Lebensr\u00e4ume vor Ort ist ein Ziel der Biodiversit\u00e4tskonventions und soll durch ein System von Schutzgebieten erreicht werden. Die Vertragsstaaten haben sich wiederholt auf zweij\u00e4hrlichen Vertragsstaatenkonferenzen mit Fragen des Schutzes der biologischen Vielfalt im Meer besch\u00e4ftigt. Auf der 9. Vertragsstaatenkonferenz im Jahr 2008 in Bonn sind f\u00fcr die Einrichtung von Schutzgebieten f\u00fcr Meeres\u00f6kosysteme wissenschaftliche und \u00f6kologische Kriterien beschlossen worden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">In Europa wird die Erhaltung der biologischen Vielfalt entsprechend der Biodiversit\u00e4tskonvention durch verschiedene Instrumente unterst\u00fctzt. Neben der Umsetzung der EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie stehen f\u00fcr die Erhaltung der Meeres\u00f6kosysteme aktuell die Ma\u00dfnahmen zur Umsetzung der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie im Vordergrund.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Der Ozean im Treibhaus &#8211; Klimakonvention und Kyoto-Protokoll<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Nur intakte Meeres\u00f6kosysteme besitzen die n\u00f6tige Widerstandskraft, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen.\u00a0 Daher hat das Rahmen\u00fcbereinkommen der Vereinten Nationen vom 09. Mai 1992 \u00fcber Klima\u00e4nderungen, das auf der Rio-Konferenz unterzeichnet wurde, und dessen Zusatz-Protokoll von Kyoto vom 11. Dezember 1997 besonders f\u00fcr K\u00fcsten- und Meeresregionen gro\u00dfe Relevanz. Die Ziele der Klimarahmenkonvention sollen den bef\u00fcrchteten Auswirkungen des Klimawandels auf die Meere entgegenwirken. Die Ozeane speichern rund das 50fache der in der <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/service\/glossar\/a?tag=Atmosphre#alphabar\">Atmosph\u00e4re<\/a> vorliegenden Menge an Treibhausgasen\u00a0 und sind auch langfristig die wichtigste biologische Senke f\u00fcr Kohlendioxid.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Bereits seit einigen Jahrzehnten ist eine Zunahme der Kohlendioxid-Konzentrationen in den oberen Meeresschichten nachweisbar, die zur Versauerung beitr\u00e4agten. Diese kann weitreichende \u00f6kologische Auswirkungen haben, die vor allem kalkbildende Organismen (z.B. Korallenriffe, Schnecken und Algen) betreffen. Durch den <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/service\/glossar\/k?tag=Klimawandel#alphabar\">Klimawandel<\/a> erh\u00f6ht sich auch die Wassertemperatur. Neben physikalischen Effekten der Erw\u00e4rmung konnte nachgewiesen werden, dass die Verteilung von Arten beeinflusst wird, die in erw\u00e4rmte Gebiete einwandern k\u00f6nnen oder sich in k\u00e4ltere Regionen zur\u00fcckziehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Das \u00dcbereinkommen fordert von den Vertragsparteien neben der Verminderung klimarelevanter Treibhausgasemissionen auch die Vorbereitung von Ma\u00dfnahmen zur Anpassung an die nachteiligen Auswirkungen der Klimaver\u00e4nderungen, wie z.B. die Entwicklung integrierter Bewirtschaftungspl\u00e4ne f\u00fcr K\u00fcstengebiete und die St\u00e4rkung des K\u00fcstenschutzes. Aufgrund des in der Klimarahmenkonvention enthaltenen Vorsorgeprinzips sind alle Aktivit\u00e4ten in der K\u00fcsten- und Meeresregion unter dem Gesichtspunkt des pr\u00e4ventiven Klimaschutzes zu betrachten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">\u00dcbereinkommen zur Verh\u00fctung der Meeresverschmutzung durch das Einbringen von Abf\u00e4llen und anderen Stoffen (London-\u00dcbereinkommen) und London-Protokoll<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Das London-\u00dcbereinkommen vom 29.12.1972 wurde 1996 durch das anspruchsvolles London-Protokoll erg\u00e4nzt. Das Protokoll ersetzt seit seinem Inkrafttreten 2007 das \u00dcbereinkommen f\u00fcr alle unterzeichnenden Vertragsparteien des \u00dcbereinkommens. W\u00e4hrend das London-\u00dcbereinkommen von 1972 Einbringungsverbote lediglich f\u00fcr bestimmte Stoffe (Schwarze Liste) vorsieht, ist im Protokoll von 1996 ein generelles Einbringungsverbot verankert. Ausnahmen von diesem Verbot sind nur f\u00fcr bestimmte Abfallkategorien zul\u00e4ssig.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Bei diesen Ausnahmen handelt es sich um:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Baggergut,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Kl\u00e4rschlamm,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Fischereiabf\u00e4lle,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Abf\u00e4lle von Schiffen, Plattformen und sonstigen auf See errichtete Bauwerken,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">inerte (tr\u00e4ge), anorganische, geologische Stoffe,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">organische Stoffe nat\u00fcrlichen Ursprungs,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">sperrige Teile, die aus Stahl, Eisen, Beton oder \u00e4hnlichen Materialien bestehen, die vorwiegend zu physikalischen Umweltauswirkungen f\u00fchren (gilt nur f\u00fcr Orte, die keine anderen Entsorgungsm\u00f6glichkeiten haben wie z. B. Inseln) sowie<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">CO2 &#8211; Str\u00f6me, soweit diese in Hohlr\u00e4umen des Meeresbodens (subseabed geological formations) gespeichert werden.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die Ausnahme f\u00fcr CO2-Str\u00f6me ist 2007 in den Annex I des Londoner Protokolls aufgenommen worden. Dadurch sollten Ma\u00dfnahmen zur Abscheidung und Speicherung von CO2-Str\u00f6men im Meeresuntergrund erm\u00f6glicht werden. Die Speicherung von CO2-Str\u00f6men in der Wassers\u00e4ule ist aber verboten. Die Vertragsstaaten haben dar\u00fcber hinaus Bewertungskriterien (\u201especific guidelines\u201c) beschlossen, die bei der Zulassung von CO2-Speichervorhaben im Meeresuntergrund beachtet werden sollen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Au\u00dferdem verbietet das London-Protokoll generell und weltweit die Abfallverbrennung auf See, die in der Bundesrepublik bereits 1989 eingestellt worden ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die Vertragsstaaten des Londoner Protokolls haben am 18.10.2013 eine verbindliche Neuregelung f\u00fcr marine Geo-Engineering-Ma\u00dfnahmen im Konsens angenommen. Die Neuregelung sieht vor, dass kommerzielle Aktivit\u00e4ten im Bereich der Meeresd\u00fcngung verboten sind und dass entsprechende Forschungsaktivit\u00e4ten genehmigungspflichtig sind. Die Vertragsstaaten m\u00fcssen \u00fcberpr\u00fcfen, dass tats\u00e4chlich geforscht wird und dass negative Effekte auf die Meeresumwelt ausgeschlossen sind. Die Pr\u00fcfkriterien ergeben sich aus dem ebenfalls rechtlich verbindlichen \u201eGeneric Assessment Framework\u201c und demr unverbindlichen \u201eOcean Fertilization Assessment Framework\u201c. Die Neuregelung erlaubt es den Vertragsstaaten zudem, weitere marine Geo-Engineering-Ma\u00dfnahmen einer Kontrolle zu unterstellen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Diese Neuregelung stellt die erste v\u00f6lkerrechtlich verbindliche Regelung von Geo-Engineering Ma\u00dfnahmen dar. Das Regelungskonzept f\u00fcr Meeresd\u00fcngung, das ein generelles Verbot mit Erlaubnisvorbehalt f\u00fcr Forschung und einen zukunftsorientierte Regelungsmechanismus (Listungsprinzip) beinhaltet, k\u00f6nnte Vorbildfunktion f\u00fcr andere Bereiche haben. Damit wurden im V\u00f6lkerrecht erstmalig rechtlich verbindlich Unterscheidungskriterien f\u00fcr Forschung und Anwendung festgelegt. Die Neuregelung tritt erst in Kraft, wenn zwei Drittel der Vertragsstaaten des Londoner Protokolls diese \u00c4nderung ratifiziert haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Internationales \u00dcbereinkommen zur Verh\u00fctung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Das MARPOL-\u00dcbereinkommen vom 02.11.1973 ist ein internationales, weltweit geltendes \u00dcbereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt. Das \u00dcbereinkommen verpflichtet die Unterzeichnerstaaten das Einleiten von Schadstoffen, die beim Schiffsbetrieb anfallen, zu verh\u00fcten und normiert Anforderungen an die verschiedenen Arten von Verschmutzungen im Zusammenhang mit dem Schiffsbetrieb in seinen Anlagen I &#8211; VI (Verschmutzung durch \u00d6l, sch\u00e4dliche fl\u00fcssige Stoffe, Schadstoffe, die in verpackter Form bef\u00f6rdert werden, Schiffsabwasser, Schiffsm\u00fcll und Luftverunreinigungen). Mit der Revision von Annex V des \u00dcbereinkommens zur Verh\u00fctung der Meeresverschmutzung durch Schiffe wurde festgelegt, dass von Schiffen kein M\u00fcll ins Meer gelangen darf, bis auf definierte Ausnahmen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Regionales Meeresschutzrecht<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Auf regionaler Ebene wird der Meeresschutz in den deutschen Hausmeeren, d.h. Nord- und Ostsee, durch folgende \u00dcbereinkommen geregelt:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">\u00dcbereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks (OSPAR-\u00dcbereinkommen)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">\u00dcbereinkommen \u00fcber den Schutz der Meeresumwelt des Ostseegebiets von 1992 (HELCOM)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">\u00dcbereinkommen zur Zusammenarbeit bei der Bek\u00e4mpfung der Verschmutzung der Nordsee durch \u00d6l und andere Schadstoffe (Bonn-\u00dcbereinkommen)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">\u00dcbereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks (OSPAR-\u00dcbereinkommen)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Das OSPAR-\u00dcbereinkommen von 1992 ist seit 25.03.1998 v\u00f6lkerrechtlich in Kraft. Die Vertragsparteien (Belgien, D\u00e4nemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Island, Irland, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, Vereinigtes K\u00f6nigreich von Gro\u00dfbritannien und Nordirland, Europ\u00e4ische Gemeinschaft) m\u00fcssen alle ihnen m\u00f6glichen Ma\u00dfnahmen treffen, um Verschmutzungen zu verh\u00fcten und zu beseitigen. Sie unternehmen ferner alle notwendigen Schritte zum Schutz des Meeresgebiets vor den nachteiligen Auswirkungen menschlicher T\u00e4tigkeiten, um die menschliche Gesundheit zu sch\u00fctzen, die Meeres\u00f6kosysteme zu erhalten und, soweit durchf\u00fchrbar, beeintr\u00e4chtigte Meereszonen wiederherzustellen. Dabei m\u00fcssen sie das Vorsorge- und das Verursacherprinzip beachten sowie die \u201ebesten verf\u00fcgbaren Techniken\u201c und die \u201ebeste Umweltpraxis\u201c anwenden. Das OSPAR-\u00dcbereinkommen gilt insbesondere auch f\u00fcr landseitige Verschmutzungen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">\u00dcbereinkommen \u00fcber den Schutz der Meeresumwelt des Ostseegebiets von 1992 (Helsinki-\u00dcbereinkommen)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Das Helsinki-\u00dcbereinkommen (HELCOM) trat am 17.01.2000 v\u00f6lkerrechtlich in Kraft. Die Vertragsparteien (D\u00e4nemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen, Russische F\u00f6deration und Schweden sowie die Europ\u00e4ische Gemeinschaft) sind verpflichtet, einzeln oder gemeinsam alle geeigneten Ma\u00dfnahmen zur Verh\u00fctung und Beseitigung der Verschmutzung zu treffen, um die \u00f6kologische Wiederherstellung und die Erhaltung eines \u00f6kologischen Gleichgewichts zu f\u00f6rdern. Das \u00dcbereinkommen umfasst s\u00e4mtliche m\u00f6glichen Verschmutzungsquellen:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Verschmutzung vom Lande aus,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Verschmutzung durch Schiffe,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Dumping und Abfallverbrennung auf See,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Verschmutzung durch Offshore-Aktivit\u00e4ten,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">unfallbedingte Meeresverschmutzung.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Ma\u00dfnahmen zu Meeresnaturschutz und biologischer Vielfalt\u00a0 wurden in das \u00dcbereinkommen einbezogen. Wesentliche Grunds\u00e4tze sind die Anwendung des Vorsorge- und des Verursacherprinzips sowie die Anwendung der \u201ebesten verf\u00fcgbaren Techniken\u201c f\u00fcr Punktquellen und der \u201ebesten Umweltpraxis\u201c f\u00fcr alle Verschmutzungsquellen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">HELCOM agiert als regionale Plattform zur Unterst\u00fctzung der europ\u00e4ischen Meeresstrategie-Rahmenrichtline (MSRL) in der Ostseeregion f\u00fcr diejenigen Vertragsstaaten, die gleichzeitig EU-Mitgliedstaaten sind. Das \u00dcbereinkommen leistet damit intensive Beitr\u00e4ge zur Koordinierung der Berichte der Mitgliedstaaten gegen\u00fcber der Europ\u00e4ischen Kommission. Der 2007 verabschiedete und 2010 und 2013 durch Ministerdeklarationen jeweils konkretisierte und fortgeschriebene HELCOM Ostseeaktionsplan (HELCOM BSAP) dient als ostseespezifische und damit regional passgenaue Vorgabe.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">\u00dcbereinkommen zur Zusammenarbeit bei der Bek\u00e4mpfung der Verschmutzung der Nordsee durch \u00d6l und andere Schadstoffe (Bonn-\u00dcbereinkommen)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Der Schutz der Nordsee ist Gegenstand des \u00dcbereinkommens von Bonn von 1983 \u00fcber die Zusammenarbeit bei der Bek\u00e4mpfung der Nordsee durch \u00d6l und andere Schadstoffe. Mitgliedstaaten sind die Europ\u00e4ische Union, Belgien, D\u00e4nemark, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Norwegen, Schweden, Vereinigtes K\u00f6nigreich von Gro\u00dfbritannien und Nordirland.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Das \u00dcbereinkommen findet Anwendung,<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">wenn die Verschmutzung oder drohende Verschmutzung der See durch \u00d6l oder andere Schadstoffe im Nordseegebiet eine ernste und unmittelbar bevorstehende Gefahr f\u00fcr die K\u00fcste oder damit zusammenh\u00e4ngende Interessen einzelner oder mehrerer Vertragspartner darstellt, und<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">auf die im Nordseegebiet durchgef\u00fchrte \u00dcberwachung, mit deren Hilfe Verschmutzungen festgestellt und bek\u00e4mpft und Verst\u00f6\u00dfe gegen Vorschriften zur Verh\u00fctung der Verschmutzung verhindert werden k\u00f6nnen.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Europ\u00e4isches Meeresschutzrecht<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) von 2008 bildet zusammen mit der thematischen Strategie f\u00fcr den Schutz und die Erhaltung der Meeresumwelt von 2005 der EU die Umwelts\u00e4ule der europ\u00e4ischen Meerespolitik.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Das \u00fcbergeordnete Ziel der MSRL ist es, einen guten Umweltzustand in allen europ\u00e4ischen Meeren bis zum Jahr 2020 zu erreichen oder zu erhalten. Dieser ist definiert als der Zustand \u201eden Meeresgew\u00e4sser aufweisen, bei denen es sich um \u00f6kologisch vielf\u00e4ltige und dynamische Ozeane und Meere handelt, die im Rahmen ihrer jeweiligen Besonderheiten sauber, gesund und produktiv sind und deren Meeresumwelt auf nachhaltigem Niveau genutzt wird, sodass die Nutzungs- und Bet\u00e4tigungsm\u00f6glichkeiten der gegenw\u00e4rtigen und der zuk\u00fcnftigen Generationen erhalten bleiben\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die Bewertung des Umweltzustands soll auf Grundlage des \u00d6kosystemansatzes geschehen, d. h. alle wesentlichen Elemente der Meeres\u00f6kosysteme sind ganzheitlich und in ihren gegenseitigen Wechselwirkungen zu bewerten und zu sch\u00fctzen. Damit kommt erstmals eine holistische Betrachtungsweise zur Anwendung, die auch kumulative Effekte menschlicher Belastungen auf die Meere erfasst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die Bewirtschaftungseinheiten f\u00fcr die Anwendung der MSRL sind Nordostatlantik (einschlie\u00dflich Nordsee und Wattenmeer), Ostsee, Mittelmeer und Schwarzes Meer.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die europ\u00e4ischen Meeresanrainerstaaten sind verpflichtet, regionale Meeresstrategien und nationale Aktionspl\u00e4ne zu entwickeln, um erstens eine Verschlechterung zu vermeiden und zweitens das Gesamtziel des guten Meereszustands mit geeigneten Ma\u00dfnahmenprogrammen zu erreichen.\u00a0 Daf\u00fcr ist die aktive Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedstaaten in diesen Regionen und nicht-EU-Mitgliedstaaten(Nachbarstaaten, die Anrainer der Meeresregion sind oder in deren Einzugsgebiet liegen) notwendig.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Elemente der zu formulierenden regionalen Meeresstrategien existieren bereits im Rahmen der bestehenden regionalen Meeresschutz\u00fcbereinkommen bzw. werden dort zur Unterst\u00fctzung des MSRL-Umsetzungsprozesses erarbeitet. Neu auf europ\u00e4ischer Ebene ist die ausdr\u00fcckliche Vorgabe, grenz\u00fcberschreitend zu kooperieren und dabei vorhandene institutionelle Strukturen, d. h. die bestehenden Regionalkooperationen, zu nutzen. F\u00fcr Deutschland relevante fachliche Arbeiten laufen daher u.a. bei OSPAR und HELCOM.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Neu ist ferner der von der MSRL vorgegebene strukturierte Planungsprozess. Zun\u00e4chst ist eine Anfangsbewertung zu erarbeiten, anschlie\u00dfend sind der gute Umweltzustand und die einzelnen Umweltziele festzulegen. Nach der Durchf\u00fchrung eines Monitoringprogramms m\u00fcssen in einem Ma\u00dfnahmenprogramm die Ma\u00dfnahmen bestimmt werden, die zur Erreichung des guten Umweltzustands erforderlich sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Ein wichtiger Schritt dieses Planungsprozesses ist die Festlegung von Umweltzielen. Umweltziele sind qualitative oder quantitative Aussagen \u00fcber den gew\u00fcnschten Zustand der verschiedenen Komponenten des \u00d6kosystems Meer sowie \u00fcber zul\u00e4ssige Belastungen und Beeintr\u00e4chtigungen von Meeresgew\u00e4ssern einer Meeresregion. Sie sollen in ihrer Gesamtheit dem \u00fcbergeordneten Ziel, den guten Umweltzustand zu erreichen oder zu erhalten, dienen. W\u00e4hrend die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) umfangreiche und detaillierte Vorgaben hinsichtlich der zu messenden Qualit\u00e4tskomponenten und deren Bewertung macht, l\u00e4sst die MSRL den Mitgliedstaaten deutlich mehr Spielraum. Vorgegeben werden 11 so genannte Deskriptoren, anhand derer der gute Umweltzustand beschrieben und bewertet werden soll. Ferner werden Merkmale und Belastungen\/Auswirkungen benannt, die die Deskriptoren konkretisieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die EU Kommission hat mit ihrer Entscheidung 2010\/477\/EU vom 1. September 2010 Vorschl\u00e4ge f\u00fcr 54 Kriterien und methodische Standards vorgelegt, um den Mitgliedstaaten ein Rahmenwerk f\u00fcr die Festlegung des guten Umweltzustands an die Hand zu geben. In Deutschland haben der Bund und die K\u00fcstenl\u00e4nder 2012 eine unter Beteiligung der \u00d6ffentlichkeit erstellte erste Bewertung des Umweltzustands (Anfangsbewertung) der deutschen Nord- und Ostsee erarbeitet. Diese erfasst die wichtigsten Belastungen und deren Auswirkungen auf die Meeresumwelt und kommt zu dem Schluss, dass unsere Meere sich gegenw\u00e4rtig nicht in einem guten Umweltzustand befinden. Der gute Umweltzustand kann nur erreicht werden, wenn die Belastungen durch Fischerei, <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/service\/glossar\/e?tag=Eutrophierung#alphabar\">Eutrophierung<\/a>, Schadstoffe, M\u00fcll und L\u00e4rm weiter deutlich reduziert werden. Wirkungsvolle Ma\u00dfnahmen sind im Ma\u00dfnahmenprogramm, das Deutschland bis Ende 2015 erstellen und bis 2016 umsetzen muss, festzulegen. F\u00fcr die Bewertung des Meereszustands, seine \u00dcberwachung sowie die Kontrolle der Umweltziele und Ma\u00dfnahmen spielen Indikatoren eine wichtige Rolle.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Erste Festlegungen zu den Indikatoren wurden bei Erstellung eines Monitoringprogramms, das der EU-Kommission 2014 \u00fcbermittelt wurde, getroffen. Im Rahmen des zweiten Bewirtschaftungszyklusses sind insofern weitere Arbeiten erforderlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Auf europ\u00e4ischer Ebene hat der Umsetzungsprozess der MSRL bisher gezeigt, dass der gute Umweltzustand von den Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlich definiert wurde. W\u00e4hrend einige sehr ambitionierte Ziele f\u00fcr diesen Zustand ansetzen, begn\u00fcgen sich andere damit, den Status quo dem guten Umweltzustand gleichzusetzen. Die MSRL l\u00e4sst bedauerlicherweise diesen breiten Interpretationsspielraum zu. Die EU-Kommission hat in diesem Zusammenhang eine Analyse zur koh\u00e4renten Umsetzung der MSRL gem\u00e4\u00df Artikel 12 erarbeitet, die eine Pr\u00fcfung der mittlerweile vorliegenden nationalen Berichte zu den MSRL Artikeln 8 (Anfangsbewertung), 9 (Definition von Guten Umweltzustands) und 10 (Festlegung von Umweltzielen) umfasst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die Erfahrungen bei der Umsetzung der WRRL haben gezeigt, dass im internationalen Kontext wesentliche Weichenstellungen f\u00fcr normative Festlegungen erfolgen, die von der Richtlinie selbst nicht vorgegeben wurden. F\u00fcr die Umsetzung der MSRL in Nord- und Ostsee dienen die Regionalkooperationen OSPAR und HELCOM als regionale Koordinierungsplattformen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Neben der MSRL gibt es einige EU-Richtlinien, die mittelbar dem Meeresschutz dienen und deren Geltungsbereich sich auch auf die K\u00fcstenmeere erstreckt und die zumindest mittelbar Auswirkungen auf den Zustand der Meeresumwelt haben (u. a. EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), Nitratrichtlinie, Badegew\u00e4sserrichtlinie, Kommunalabwasserrichtlinie, Grundwasser-Richtlinie sowie Umweltqualit\u00e4tsnormen-Richtlinie.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Nationales Meeresschutzrecht<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Die regionalen, europ\u00e4ischen und internationalen rechtlichen Vorgaben werden durch die rechtliche und fachliche Umsetzung zu \u201anationalem Meeresschutz\u2018 und entfalten erst dann ihre Wirkung. Zu nennen sind national die Umsetzung der WRRL, der MSRL, der Nitratrichtlinie sowie die Gesetze zur Umsetzung des OSPAR- und des Helsinki-\u00dcbereinkommens sowie die Durchf\u00fchrung der unter diesen \u00dcbereinkommen gefassten Beschl\u00fcsse und Empfehlungen. Der Meeresnaturschutz wird neben den genannten \u00dcbereinkommen durch die Umsetzung der EU-Fauna-, Flora-, Habitat-Richtlinie und der Vogelschutz-Richtlinie gef\u00f6rdert. Der Schutz der Meeres\u00f6kosysteme vor negativen Auswirkungen menschlicher Nutzungen wie Fischerei, Schifffahrt, Energieindustrie etc. wird durch die Ausdehnung des Raumordnungsgesetzes auf die Ausschlie\u00dfliche Wirtschaftszone (AWZ \u2013 jenseits der 12 Seemeilen-Zone bis max. 200 Seemeilen) und die Genehmigungsverfahren des Bundesamtes f\u00fcr Seeschifffahrt und Hydrographie nach \u00a7 2a Seeanlagenverordnung f\u00fcr zu bauende Anlagen in der AWZ geregelt. Das Hohe-See-Einbringungsgesetz verbietet auch auf nationaler Ebene die Entsorgung von Abf\u00e4llen im Meer (Ausnahmen: Baggergut und Urnen zur Seebestattung).<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meere und Ozeane bedecken vier F\u00fcnftel der Erdoberfl\u00e4che. Sie kennen keine Grenzen und sind weltumspannend. 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Der Schutz der Meeres\u00f6kosysteme kann daher nur im Rahmen internationaler Abkommen und Zusammenarbeit gelingen, weswegen das Meeresschutzrecht zum gro\u00dfen Teil aus internationalen und europ\u00e4ischen Vorgaben besteht. 15.10.2015 353 mal als hilfreich bewertet<\/p><p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/deutsch.bashariyat.org\/?p=2118\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-2118","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-konventions","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/deutsch.bashariyat.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2118","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/deutsch.bashariyat.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/deutsch.bashariyat.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deutsch.bashariyat.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deutsch.bashariyat.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2118"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/deutsch.bashariyat.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2118\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2119,"href":"https:\/\/deutsch.bashariyat.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2118\/revisions\/2119"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/deutsch.bashariyat.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2118"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/deutsch.bashariyat.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2118"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/deutsch.bashariyat.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2118"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}