{"id":596,"date":"2015-07-08T10:28:25","date_gmt":"2015-07-08T08:28:25","guid":{"rendered":"http:\/\/deutsch.bashariyat.org\/?p=596"},"modified":"2015-07-12T10:30:17","modified_gmt":"2015-07-12T08:30:17","slug":"schockierender-akt-der-grausamkeit-strafamputationen-im-iran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deutsch.bashariyat.org\/?p=596","title":{"rendered":"Schockierender Akt der Grausamkeit: Strafamputationen im Iran"},"content":{"rendered":"<p><strong>Amnesty International: &#8222;Diese brutalen Strafen versto\u00dfen in gravierender Weise gegen internationales Recht. Die Strafe der Amputation ist Folter. Die Argumente der staatlichen Stellen zugunsten der Amputation zeigen die erschreckende Unmenschlichkeit einer Strafjustiz, die auf der Aus\u00fcbung von Grausamkeit beruht.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"http:\/\/deutsch.bashariyat.org\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/grausame-strafen-400.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-597\" src=\"http:\/\/deutsch.bashariyat.org\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/grausame-strafen-400.jpg\" alt=\"grausame-strafen-400\" width=\"400\" height=\"159\" srcset=\"https:\/\/deutsch.bashariyat.org\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/grausame-strafen-400.jpg 400w, https:\/\/deutsch.bashariyat.org\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/grausame-strafen-400-300x119.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Am 28. Juni wurde im Zentralgef\u00e4ngnis der nordostiranischen Provinzhauptstadt Mashhad erneut eine Strafamputation vollstreckt. Zwei jungen M\u00e4nnern, die wegen Diebstahls verurteilt worden waren, wurden zwangsweise die Finger der rechten Hand amputiert. Amnesty International bezeichnete dies am 1. Juli in einer Erkl\u00e4rung als \u201eschockierenden Akt der Grausamkeit\u201c.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nach einem Bericht der staatlichen Tageszeitung Khorasan waren beide M\u00e4nner von einem Strafgericht in Mashhad zu dieser Zwangsamputation verurteilt worden. Die M\u00e4nner wurden Berichten zufolge unmittelbar nachdem die Finger ihrer rechten Hand ohne Narkose abgehackt wurden und nur Daumen und Handfl\u00e4chen unversehrt blieben, in eine Klinik gebracht.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Amnesty International erkl\u00e4rte dazu: \u201eDiese brutalen Strafen versto\u00dfen in gravierender Weise gegen internationales Recht und geh\u00f6ren nicht in das System der Strafjustiz. Die Strafe der Amputation ist Folter, also ein Verbrechen nach internationalem Recht. Der Iran, Unterzeichner des Internationalen Pakts \u00fcber b\u00fcrgerliche und politische Rechte (ICCPR), ist rechtlich verpflichtet, Folter und andere grausame, unmenschliche oder entw\u00fcrdigende Behandlungen und Strafen ausnahmslos zu verbieten und diejenigen Personen zur Verantwortung zu ziehen, die solche Praktiken anordnen und ausf\u00fchren.\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Im iranischen Strafgesetzbuch, so Amnesty International, seien jedoch weiterhin K\u00f6rperstrafen wie Amputationen, Peitschenhiebe und Blendungen vorgesehen, die dem Verbot der Folter und anderer Misshandlungen zuwiderlaufen. Gem\u00e4\u00df Artikel 278 des iranischen Strafgesetzbuches sei die Strafe f\u00fcr einen erstmaligen Diebstahl die \u201eAmputation der vier Finger der rechten Hand des Diebes in voller L\u00e4nge, sodass nur Daumen und Handfl\u00e4che unversehrt bleiben.\u201c Ein zweiter Diebstahl werde mit der Amputation eines Teils des linken Fu\u00dfes bestraft. T\u00e4ter, die einen dritten und vierten Diebstahl begehen, werden mit lebenslanger Haft bzw. der Todesstrafe bestraft.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Amnesty International berichtete weiter, dass Funktion\u00e4re des Teheraner Regimes Strafamputationen immer wieder verteidigt h\u00e4tten, auch solche, die \u00f6ffentlich vollstreckt werden. Sie h\u00e4tten diese Strafen als das beste Mittel zur Abschreckung von Dieben gepriesen und bedauert, dass sie sie wegen der internationalen \u00c4chtung nicht so umfassend anwenden k\u00f6nnten, wie sie das wollten. Vor einem Monat habe Ajatollah Naeem Abadi, der Vertreter des Obersten Regimef\u00fchrers in der s\u00fcdiranischen Provinz Hormozgan, in einer Rede bedauert, dass die Amputationsurteile nicht strikt umgesetzt werden, \u201ewo doch die Sicherheit in einer Gesellschaft durch das Abschneiden von ein paar Fingern wiederhergestellt werden k\u00f6nnte.\u201c Auch Mohammad Javad Larijani, Leiter des sog. \u201eMenschenrechtsrates\u201c des Teheraner Regimes, habe die Bedenken des UN-Menschenrechtsrates bez\u00fcglich dieser grausamen Strafen zur\u00fcckgewiesen und im Oktober 2010 geleugnet, dass K\u00f6rperstrafen wie Zwangsamputationen, Peitschenhiebe und Steinigungen eine Folter darstellten, w\u00e4hrend er behauptete, sie seien \u201ekulturell gerechtfertigt.\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Amnesty International: \u201eWeit davon entfernt, auch nur den Anschein von Gerechtigkeit und Ordnung zu vermitteln, zeigen die Argumente der staatlichen Stellen zugunsten der Amputation die erschreckende Unmenschlichkeit einer Strafjustiz, die auf der Aus\u00fcbung von Grausamkeit beruht. Statt Brutalit\u00e4t zu legalisieren, m\u00fcssen die iranischen Stellen unverz\u00fcglich alle Formen der K\u00f6rperstrafen abschaffen und dringende Schritte unternehmen, um das System der Strafjustiz des Iran mit den internationalen Menschrechtsgesetzen und -standards in Einklang zu bringen.\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Strafe der Amputation, so Amnesty International, sei nicht nur ein eklatanter Versto\u00df gegen internationales Recht sondern behindere auch die M\u00f6glichkeit der Bestraften, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren, Arbeit zu finden und nach ihrer Freilassung f\u00fcr den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>In der Erkl\u00e4rung hei\u00dft es weiter: \u201eDie Regelungen f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von K\u00f6rperstrafen, einschlie\u00dflich der Amputation, sehen im Iran die Anwesenheit eines Arztes vor, um die Strafe zu beurteilen und zu vollstrecken. Dies widerspricht direkt den ethischen Richtlinien und der internationalen Menschenrechtsgesetzgebung, die ausdr\u00fccklich die Beteiligung von Medizinern an Folter und anderen Misshandlungen untersagt.\u201c <\/strong><br \/>\n<strong>Gem\u00e4\u00df der Tokioter Erkl\u00e4rung des Welt\u00e4rztebundes d\u00fcrften \u201e\u00c4rzte die Praxis der Folter oder andere grausame, unmenschliche oder entw\u00fcrdigende Praktiken nicht unterst\u00fctzen, dulden oder sich an ihnen beteiligen, egal, welchen Vergehens das Opfer einer solchen Behandlung verd\u00e4chtig, angeklagt oder schuldig ist.\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Seit 2008 habe Amnesty International Berichte \u00fcber mehr als zwei Dutzend Personen erhalten, die Opfer einer Amputation als gerichtlich angeordneter Strafe geworden seien. Es werde jedoch angenommen, dass die tats\u00e4chliche Zahl der F\u00e4lle viel h\u00f6her sei, da die iranischen Beh\u00f6rden keine umfassenden Zahlen zu Amputationen ver\u00f6ffentlichen, um eine internationale Verurteilung zu vermeiden<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Amnesty International: &#8222;Diese brutalen Strafen versto\u00dfen in gravierender Weise gegen internationales Recht. Die Strafe der Amputation ist Folter. 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