Offizielle Mitteilung Nr. 1653 des Komitees zur Verteidigung der Religionsrechte im Iran
Welttag der Religionen – Eine Gelegenheit für Solidarität und gegenseitigen Respekt
Der Welttag der Religionen ist heute nicht mehr nur ein symbolischer Kalendereintrag zur Förderung religiöser Rituale, sondern ein globaler Maßstab zur Bewertung der Menschlichkeit staatlicher Systeme.
Die Philosophie dieses Tages erinnert daran, dass religiöse Vielfalt keine Bedrohung für Sicherheit darstellt, sondern eine tragende Säule für nachhaltigen Frieden ist – eine Wahrheit, die im klaren Widerspruch zum sicherheitsorientierten und ausgrenzenden Ansatz der herrschenden Machthaber im Iran steht.
Diese weltweite Botschaft steht in direktem Gegensatz zur Realität im Iran – einem Land mit reicher religiöser und kultureller Vielfalt.
Dort sollte religiöse Vielfalt als kultureller Reichtum verstanden werden, doch stattdessen beobachten wir eine fortschreitende Versicherheitlichung des Glaubens und die offene Verletzung grundlegender Bürgerrechte. Zahlreiche Berichte der letzten Jahre belegen, dass die Islamische Republik Iran systematisch über konfessionelle Diskriminierung hinausgeht und religiöse Gruppen gezielt ausgrenzt.
Bahai, Christen, Derwische, Sunniten und weitere religiöse Minderheiten werden nicht als gleichberechtigte Bürger anerkannt, sondern als „Sicherheitsrisiken“ betrachtet. Sie stehen unter massivem politischem, wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Druck, und ihre religiöse Überzeugung wird faktisch zu einer strafrechtlichen Angelegenheit gemacht.
Repressionsstrategie der Islamischen Republik Iran
Die Unterdrückungsmaschinerie des iranischen Regimes basiert auf einer gezielten Strategie der religiösen Ausgrenzung, insbesondere in Grenzregionen.
Physische Eliminierung, Verhaftungen religiöser Aktivisten, langjährige Haftstrafen sowie wirtschaftliche Repressionen sind zentrale Instrumente dieser Politik. Auch Zensur, Folter, Hausdurchsuchungen und psychischer Druck gehören zu den systematischen Maßnahmen.
Während der Proteste im Dey-Monat 1404 (Dezember/Januar)wurden religiöse Demonstrationen zunehmend unter dem Vorwand der nationalen Sicherheit kriminalisiert. Staatliche Kräfte reagierten mit massiver Gewalt, Internetsperren, Straßensperren, Massenverhaftungen sowie der Verhängung schwerer Urteile.
Zahlen zu Festnahmen und Todesopfern während der Proteste im Dey-Monat 1404(Dezember/Januar)
• Bahai-Bürger: 32 Festnahmen, 1 Todesopfer
• Christliche Bürger: 2 Todesopfer, 1 Festnahme
• Zoroastrische Bürger: 7 Todesopfer, 3 Festnahmen
Es ist ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass diese Zahlen aufgrund von Internetsperren und umfassender Informationsunterdrückung mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich unter dem tatsächlichen Ausmaß der Repression liegen.
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte – Relevante Artikel
• Artikel 3: Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit
• Artikel 5: Verbot von Folter und unmenschlicher Behandlung
• Artikel 9: Schutz vor willkürlicher Festnahme, Haft oder Verbannung
• Artikel 18: Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit
• Artikel 19: Meinungs- und Ausdrucksfreiheit
• Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte:
• Artikel 18: Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit
• Erklärung der Vereinten Nationen zur Beseitigung aller Formen von Intoleranz und Diskriminierung aufgrund der Religion oder der Weltanschauung
• Artikel 19: Gedanken-, Gewissens-, Religions- und Weltanschauungsfreiheit


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